Ihr seid in Kutaisi. Was muss man dort erleben?

Ihr seid in Kutaisi. Was muss man dort erleben?

Ihr seid in Kutaisi. Was muss man dort erleben?

Im September 2016 startete WizzAir neue Verbindungen zwischen Georgien und Italien, Deutschland, Zypern, Bulgarien und Griechenland. Mit vollem Verständnis, dass Georgien als Reiseziel noch relativ unbekannt ist, werde ich ganz gerne ein paar Tipps für diejenigen geben, die mit WizzAir nach Kutaisi fliegen.

In der griechischen Mythologie ist euch der Name Colchis wahrscheinlich vorkommen. Das war eigentlich ein Königreich im modernen Westen Georgiens. Jason und die Argonauten suchten hier nach dem Goldenen Vlies. Im Mittelalter war dieses Reich im Blühe… In seinem goldenen Zeitalter (XI – XII Jahrhunderte) wurde Kutaisi zur zentralen Stadt des vereinigten georgischen Königreichs. Zurzeit ist die Stadt nicht mehr supergroß, aber sie spielt immer noch eine wichtige Rolle im Leben des Landes (zum Beispiel ist sie ein Sitz des georgischen Parlaments). Ihr findet auf jeden Fall etwas Spannendes zum sehen und erleben.

Die Bekanntschaft mit Kutaisi fängt man mit einem Spaziergang in der Altstadt, am Ufer des Flusses Rioni, wo ihr euch den Zentralpark anschauen und Seilbahn nehmen könntet. Danach kann man schon mit einem Taxi die UNESCO-Orte besuchen.

Einer von den, Bagrati Kathedrale, ist fast von jedem Punkt der Stadt Kutaisi zu bemerken. Es stand seit lange in Trümmern, aber selbst dann kamen die Einheimischen dahin, um zu beten. Seine Schönheit war vor kurzem restauriert worden… obwohl die vorherige Regierung sich beschlossen hat, einen Aufzug hinzuzubauen, was die UNESCO sehr geärgert hatte. So wurde der Bau gestoppt, der Aufzug ist da, aber funktioniert nicht. Damit sind noch mehrere Epochen und Erinnerungen an verschiedene Herrscher Georgiens in diesem Komplex vertreten… #Sarkasmus

In 7 km von Bagrati entfernt befindet sich ein weiteres Teil der UNESCO-Weltkulturerbe – Kloster Gelati. Es hat nichts mit Gelato zu tun, und seine Bedeutung für Georgien lässt sich kaum beschreiben. Im Mittelalter gab es da eine theologische Akademie, eine der größten in der Region, die sehr berühmt war. Gelehrte und Studenten aus dem ganzen Schwarzen-Meer-Region und dem Kaukasusgebiet strömten dorthin, um Theologie und Philosophie zu studieren.

Das Innere der Kathedrale Gelati beeindruckt mit gut erhaltenen mittelalterlichen Fresken. Die Farben und Details sind erstaunlich! So ist der Blick vom Klosterhof über Kutaisi und Kleiner Kaukasus. Neben einem der Eingänge gibt es den Grab vom David den Erbauer, den größten Herrscher Georgiens. Sein letzter Wunsch war, sein Grab neben dem Tor zu legen, damit die Leute darauf treten. Der Monarch hatte einen harten politischen Willen, obwohl er sich auch von seinen menschlichen Fehlern und Taten bewusst war. Mit diesem bescheidenen letzten Willen strebte er nach gewisser Absolution im Nachleben…

Die Erkundung der Umgebung von Kutaisi schließt man mit dem Besuch im Kloster Motsameta. In der UNESCO-Liste lässt es sich nicht finden, aber ist wirklich wunderschön, ein bisschen versteckt, hat einen schönen Park und erteilt die Chance, euren Wunsch durch die örtlichen Heiligen David und Konstantin erfüllt zu haben. Ist doch ein guter Anlass, Motsameta zusammen mit Bagrati und Gelati zu besuchen.

Wie ihr zurück zu Kutaisi angekommen sind, verschwendet eure Zeit nicht und probiert mal den Imeruli Chatschapuri (wird oft auch wie Khachapuri geschrieben) – die lokale Art von Käsebrot, basiert auf der regionalen Käsesorte. Es ist nicht nur in Georgien bekannt, sondern auch in den Nachbarländern! Imereti, die Region Georgiens, wo ihr euch nun befindet, ist nicht nur für ihre Käse berühmt, sondern auch für kleine Maisbrote, Mtschadi. Kombiniert sie mit Käseplatte, Salate mit Walnuss-Sauce, und spürt die echte Glück und Freude!

Die Naturfreunde sollen unbedingt das Naturschutzgebiet Sataplia besuchen. Es war früher ein Ort, wo die Bienen ihre Nester auf den Felsen legten (daher der Name: “taphli” bedeutet “Honig” auf Georgisch). Das Gebiet ist voll von seltenen einheimischen Pflanzen, und es bietet ein unvergessliches Erlebnis: da kann man auf einer durchsichtigen Panoramaplattform um einen Abriss spazieren. Atemberaubend! Das aufregendste an diesem Ort ist die wunderschöne Karsthöhle, wo die Spuren von pflanzenfressenden Dinosauriern durch den Wissenschaftlern entdeckt und aufbewahrt worden sind.

Es gibt noch eine größere Höhle in der Gegend, die Prometheus-Höhle heißt (tja, die griechische Mythologie taucht wieder auf). Man glaubt, dass Prometheus von den Göttern hier im Kaukasus-Gebirge bestraft worden war. Da drinnen spaziert man durch das leere Bett eines riesigen unterirdischen Flusses, fasziniert von den größten natürlichen Skulpturen, die durch Stalaktiten und Stalagmiten formiert sind. Am Ende kann man eine Bootsfahrt auf dem unterirdischen See machen!

Eine weitere natürliche Attraktion dieser Region, Imereti, ist Okatse Canyon. Anfahrt von Kutaisi dauert ca. 40-60 Minuten. Dieses Naturschutzgebiet bietet euch eine schöne Wanderung durch den Wald zu einem weiteren spannenden Erlebnis, dem hängenden Steg entlang zur Panoramaplattform zu gehen. Stürmender Fluss, grüne Berge, frische Luft und ein bisschen Adrenalin – oh, ihr werdet es wohl lieben!

Auf dem Weg nach Kutaisi befindet sich ein altes Kurort Tskaltubo. Es ist nicht schick, aber man findet da ganz anständige Hotels, die eine tolle Spa-Behandlung mit lokalen Mineralwässern anbieten. Diese Wässer können mit dem Körper Wunder wirken! Sogar dem Stalin hat es hier gefallen. Man kann sich immer noch ein Bad in einem Badehaus leisten, wo er in den heilenden Wässern getaucht hat.

Übrigens ist Georgien nicht nur das Land der alten Kultur, großartigen Natur und Superwässer, sondern auch die Krippe der 8000 Jahre alten Weinbaukultur! Wenn ihr genug Zeit habt, versucht mal die größte Weinbauregion des Landes, Kachetien (Kakheti), zu bereisen.

Obwohl, meiner Meinung nach, die Weingüter von Imereti sind auch spannend und nicht rumgewerbt. Man kann nach dem Dorf Baghdati fahren, wo sich zwei kleinen aber relativ berühmten Weingüter befinden. Sie gehören zu Gaioz Sopromadze und Zurab Ghvaladze. Neben der Stadt Terjola gibt es auch das Geschäft von Khareba, einer der größten nationalen Weinfabriken. Die besten lokalen Traubensorten sind Tsolikouri und Khikhvi (beide weiß), sowie Otskhanuri Sapere (rot). Die muss man unbedingt probieren!

In 1,5 – 2 Stunden von Kutaisi entfernt liegt die ländliche Region Ratscha (Racha), die immer noch unentdeckt und perfekt zum Wandern und Weinprobe ist. Die Kleinstädte Ambrolauri, Bugeuli und Tsageri sind die Orte, wo die seltensten und teuersten Weine in ihren Mikrozonen angebaut werden. Macht euch auf Khvanchkara, Aleksandrouli und Usakhelouri aufmerksam – die langen und schwer auszusprechenden Namen schmecken auch sehr einzigartig!

Ratscha ist für Massentourismus noch nicht geeignet, so könntet ihr noch in der Entdeckung ihrer natürlichen Schönheit und eingekorkten Schätze pionieren.

Georgien ist ein sehr kleines Land, trozdem benötigt man mindestens zwei oder drei Tage, um die besten Plätze einer einzigen Region zu bereisen! Fängt mal an, Georgien zu erforschen, und ich bin mir sicher: ihr kommt später mehrmals wieder hin.

About Dariko

Born in Ukraine, now Tbilisi-based. Love seeing new places.

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  1. Hi Dariko, we visited Kutaisi this year, and I must agree with everything you wrote about Kutaisi. Our best experience was definitely Okatsee, and the hanging patway with amazing view. On the way we stopped by Kinchkha waterfalls which I would also recommend. Georgia has a beautiful nature, friendly people, and excellend food. I will definitely go back and visit other places.
    All the best and have a nice day Cs.

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